| Die Personalkosten sind die Hauptausgaben im Verwaltungshaushalt, die Erstattungskosten an die Verwaltungsgemeinschaft und die Kreisumlage. Im Mai wurde der Kindergarten in die Verwaltungsgemeinschaft aufgenommen, so daß die Personalkosten im Jahr 1994 wesentlich geringer sein werden. Für die Sanierungsmaßnahmen am Schloß wurden vom Land 1,9 Mill. DM Fördermittel zur Verfügung gestellt. Der Eigenanteil wurde aus dem Verkauf von Wohnungen und Grundstücken erbracht. Die Mittel konnten aber den Kostenaufwand der in vielen Positionen höher wurde, nicht abdecken, so daß ein Fehlbetrag von 179.379 DM entstand. Da auch 1991 und 1992 viele offene Rechnungen zu begleichen waren, kann man nur regulierend an die Planung in den Folgejahren herangehen. Größere Bauvorhaben sollten daher nicht in Angriff genommen werden, um die Finanzkraft der Gemeinde wieder in geregelte Bahnen zu lenken. Die neuen Elternbeiträge für einen Kindergartenplatz werden wie folgt festgelegt: 75, 00 DM pro Monat Halbtags Der Einzug des Kindergartens in das Schloß erfolgte am 6.12.1993, nachdem provisorische Unterkünfte im Saal der Gaststätte "Zur Rose" und im ehemaligen LPG Büro aktuell waren. Dies waren unmögliche Zustände, so daß alle Beteiligten froh waren, nach mehrmaligem Verschieben des Einzugstermins, nun endlich im Dezember Einzug zu halten. Das wunderschöne Mobiliar und die herrlichen Spielsachen ließen die über acht Monate währende Zeit der Notquartiere schnell in Vergessenheit geraten. Der Kindergarten nimmt eine ganze Schloßetage in Beschlag mit einer Fläche von 300 m². Des weiteren ist vorgesehen den Hort wieder in Balgstädt im Schloß zu betreiben. Die kulturelle Seite im Dorf belebt sich auch wieder allmählich. So findet 14 Tage nach Pfingsten wieder das traditionelle Ablaßfest statt. Am 1. Juni wird Kinderfest im Park gefeiert, die Sommersonnenwende, am 24. Juni, im Pfarrgarten. Der Frisiersalon feiert mit etwa 40 Kunden in der Gaststätte "Zur Rose" ein Frühlingsfest. Das Maifeuer auf der Heuer wird langsam zur Tradition, welches von der Feuerwehr ausgerichtet wird. Es findet am letzten Wochenende im April statt. Ein besonderes Vorkommnis in der Gemeinde war folgendes: ABM-Kräfte fanden eine Mine. Die Polizei richtete die Fundstelle bis zum Eintreffen des Bergungsdienstes. Nach Vermutungen handelt es sich bei der tellerförmigen Mine um einen Panzerknacker, der Zünder steckte noch. Die Saale-Unstrut-Region braucht immer mehr Fördergelder , um die Infrastruktur auszubauen. Dies wird immer schwieriger werden. Es sollen touristische Vorhaben vom Wirtschaftsministerium nur noch an der Straße der Romanik gefördert werden. Schwierig werde dadurch das Anlegen von Wander- und Radwegen. Es sind durch 4,6 Mill. DM Fördermittel in den vergangenen 2 Jahren 413 Hotelbetten entstanden. Diese reichen aber noch nicht aus. Bis 1995, so hat man errechnet, braucht man in dieser Region 1.500 Übernachtungsplätze. Die Bürger von Balgstädt fordern eine sofortige Überarbeitung des Müllkonzepts im Landkreis Nebra und die Einführung von Müllgebühren nach dem Verursacherprinzip. Es wurden dafür 180 Unterschriften gesammelt. Eine ständige Müllgebührenerhöhung sichere zwar den Profit der Entsorgerfirma, trage aber nicht zur Müllvermeidung bei. Frau Dr. Säuberlich nahm dazu Stellung, daß der Zeitpunkt eines Verursacherprinzips noch nicht gekommen sei. Man müsse abwarten, ob die Deponie Nißma mit getragen werden müsse. Seit Anfang des Jahres 1994 verlegt die Telekom Telefonkabel. So erhalten die Haushalte im Ort erstmalig geschlossen ihre Telefonanschlüsse. Einige Bürger stellten den Antrag schon vor 10 Jahren. In diesem Jahr werden die 2 Wohnblöcke an der Freyburgerstrasse veräußert. Ebenso wird der Espenhahn Hof an den Winzer Herrn Busch verkauft. Er möchte daraus ein Weingut errichten mit Straßenwirtschaft und Hoffesten. Im März 1994 wird eine Gymnastikgruppe, unter der Leitung von Simone Barth, wieder ins Leben gerufen. Sie findet jeden Mittwoch 20 Uhr im Schloß statt, Fußballtraining ist jeden Donnerstagabend auf dem Sportplatz. Der Balgstädter SV liegt bei Halbzeitpause an der Spitze der Tabelle. Das Wetter schlug in diesem Jahr einige Kapriolen. Am 3. Januar gab es das erste Hochwasser (Alarmstufe 1). Im Februar gab es den Schneealarm. Doch die Straßenmeisterei Laucha hatte alles gut im Griff. Im März folgte der nächste Hochwasseralarm (Warnstufe 3). Der Pegel bei Laucha zeigte 4,55m (fast 2m. über normal). Im April erreichte der Pegel 4,69 m und damit Warnstufe 4. Es standen viele Keller unter Wasser, doch die Hassel blieb noch in ihrem "Bett", obwohl sie bedrohlich angestiegen war. Im Sommer schloß sich eine Hitzeperiode an mit Waldbrandstufe 2. Das Korn wurde notreif. Am 24. August ging über Balgstädt ein Unwetter nieder. Eine Windhose fegte über die Unstrut hinweg und hinterließ beträchtlichen Schaden. Bei Fam. Krebs wurde der Gartenzaun auf die Straße geschleudert, Bäume wurden entwurzelt, Felder verwüstet. Das Jahr endete wettermäßig am 30.12. mit einem Hagelschauer über Balgstädt, der alle sprachlos machte. Die Geflügelzüchter führten wieder in der Gaststätte "Zur Rose" ihre Ortsgeflügelschau durch. Helmut Müller wurde mit einem Ehrenpreis für seine altholländische Kapuzinertaube ausgezeichnet. Landespokale gab es für Thomas Schneider und seine Zwergwyandotten und Thomas Reichert für seine Tauben "Fränkische Samtschilder". Auch wenn die Sektkellerei nicht zu Balgstädt gehört, so ist es doch erwähnenswert, daß diese Firma im Oktober ihr 100-jähriges Bestehen feierte. Die Jubiläumsfeier fand mit Bankett und Theater in Bad Lauchstädt, sowie Festveranstaltung in der Sektkellerei, statt. Am folgenden Tag wurde ein großes Kinderprogramm, buntes Markttreiben, Showprogramm und Jubläumsfeuerwerk geboten. In Balgstädt wurde eine alte Druckplatte vom Schloß gefunden und vor dem Sperrmüll bewahrt; Fam. Portius, Inhaber der Fleischerei, ließ an Hand dieser Werbetüten bedrucken. Im Zuge der Neugestaltung des Pfarrhauses fanden Bauleute 200 Mill. Mark in einer Flasche zwischen Wand und Schornstein. Der Wert verteilte sich auf nur 24 Scheine, kein Wunder, denn es handelte sich um Inflationsgeld. Die Kirche erhielt innen einen neuen Anstrich ebenso die Portaltür. Das Projekt "Hoffnung konkret" wird von Andreas Kilger vorgestellt. Dies soll Hilfe für Mädchen und Jungen aus Minsk bringen, um sie mit Medikamenten und Sachen auszurichten. Fam. Klaus Jügler z.B. beherbergte im Oktober 2 Mädchen aus Weißrußland die auch Opfer von Tschernobyl waren. Im Oktober wird das Partnerschaftsprojekt vorgestellt mit Gästen aus Minsk, so Andrey Kuleschow. Das Schleusenbecken am Zeddenbacher Wehr wird Restauriert. Der Gemeinderat in Balgstädt beschloß den Bau eines Geräteschuppens am Schleusenhaus. Der Rödel ist auf den ersten Blick wieder in Ordnung. Die Schrottmassen die hier lagerten wurden entsorgt. Dennoch befindet sich hier immer noch manch gefährliche Hinterlassenschaft. Der Bergungsdienst fand Ampullen mit chemischen Substanzen und Munitionsreste. So friedlich wie es auf den ersten Blick erscheint ist es nicht. Die Bauten auf dem Rödel müssen ebenfalls beseitigt werden, so das Umweltamt, wenn man künftig den Rödel als Naturschutzgebiet ausweisen will. Eine andere Nutzung des Rödel gibt es nicht, so Frau Dr. Säuberlich. Am 12.6.94 finden die Kommunalwahlen mit Wahl des Bürgermeisters statt. Zur Wahl des Bürgermeisters stellt sich Arno Krause. Er erhält 322 von 383 Stimmen das sind 84,1%. Ebenso findet an diesem Tag die Europawahl statt. Die Gemeindevertreter setzen sich wie folgt zusammen: Bürgermeister: Arno Krause, SPD Am 26.6.1994 findet die Landtagswahl statt. Hier gewinnt ebenso die SPD mit dem Landratsvorsitzenden Martin Groß. Der CDU-Kandidat Hans-Jörg Ulrich scheitert nur knapp: Groß 160 Stimmen und Ulrich 142 Stimmen. Durch die Krankheit des alten Bürgermeisters liegt vieles im Argen und viele Entscheidungen werden dadurch nicht getroffen. |