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Der westliche Teil des Burgenlandkreises ist einer der orchideenträchtigsten Gebiete in den neuen Bundesländern. Die Landschaft, geprägt durch die Unstrut , dem Unstrut Trias Land, und ihren Seitentälern verbirgt viele floristische Kostbarkeiten, zu welcher unsere heimischen Orchideen gehören. Sie stammen aus den südöstlichen Steppengebieten und dem Mittelmeerraum. Der Muschelkalk bietet ihnen eine Überlebenschance. Alle Arten gelten als gefährdet und sind deshalb gesetzlich geschützt. Unsere heimischen Orchideen haben ihre Verbreitungsräume hauptsächlich in Naturschutzgebieten, bzw. geschützten Flächen um Freyburg, Balgstädt, Laucha, Bad Bibra, Karsdorf und Nebra. Einige Orchideenarten, die man in den Toten Tälern um Balgstädt und Umgebung findet, sind Purpurknabenkraut Helmknabenkraut Das große Zweiblatt Der rotbraune Sitter Fliegenragwurz Spinnenragwurz Bienenragwurz und Frauenschuh, diese wohl schönste heimische Orchidee hat ihr Hauptverbreitungsgebiet im Forst Bad Bibra. Das attraktive Purpurknabenkraut ist gut zu erkennen. Ihre rosa mit dunklen Tupfen besetzte Lippe, liegt unter einem rotbraunen breiten Helm. Das Helmknabenkraut trägt ein zart grauviolettes, spitz auslaufendes Helmchen, welches an die Helme alter Ritterüstungen erinnert und ihr den Namen gab. Von beiden Arten finden wir an allen Standorten wundervolle Bastarde. Dazu gehört mit umfangreichen Beständen das Große Zweiblatt. Diese beinahe schmucklose Orchidee eroberte sich im Überlebenskampf unterschiedliche Lebensräume. So sind ihre langen, grünlichen Blütenrispen sowohl in lockeren Gesträuchzonen, auf Trockenrasen, in Wäldern und auf feuchten Wiesen zu finden.Ihre zwei großen rundlichen Laubblätter gaben ihr den Namen. Sie wird häufig nicht als Orchidee erkannt, diese Tatsache sichert ebenfalls ihren reichen Bestand. Den rotbraunen Sitter findet man an mehreren Standorten. Ihre rotbraunen Einzelblüten ähneln kleinen Schüsseln, die von einer Rispe getragen werden. In unserer Region gibt es sowohl die braune Varität, als auch die weiß-grünliche, die den eigenständigen Namen Epipactis albensis trägt. Die Bestände des Frauenschuhes, sicher die schönste der heimischen Orchideen, sind nicht so umfangreich, wie die eben aufgezählten. Ihre bis 4 cm große, zitronengelbe Lippe erinnert an die Form eines Pantoffels, die langen schmalen rotbraunen Kronenblätter an Schleifenbänder, die ihn zieren. Ein Blütenstengel kann 2, selten 3 Blüten tragen. Die Fliegenragwurz trägt an ihrem schlanken Blütenstengel 4-10 Blüten, die in Form und Färbung ruhenden Fliegen ähneln. Es gibt Massenvorkommen und eine Fülle von kleinen Standorten. Sie blüht sowohl im Halbschatten, in Laubwäldern, Gesträuchzonen, auf Trocken- und Halbtrockenrasen, sogar auf völlig steinigen Böden. Die Spinneragwurz besitzt kräftige hellgrüne Stengel, die aussehen als ob Kreuzspinnen darauf sitzen. Die Bienenragwurz ist unter ihrer Art die "Schönste". Über einem fein gezeichneten Bienenkörper stehen kräftige rosa bis violettfarbene Kronenblätter. Im Blütenverhalten zeigt sie sich wetterwendig. Sie kann über Jahre ruhen und in einem anderen Jahr üppig blühen. Sie kommt auf fast allen Trocken- und Halbtrockenrasen vor, aber auch in lichten Wäldern und Gesträuchzonen. Das bleiche Knabenkraut zeigt sich im Rückgang begriffen, ebenso wie das Mannsknabenkraut. Gründe dafür sieht man nicht. Die Standorte zeigen keine Veränderungen. Auf der Verlustseite steht auch das Rote Waldvögelein. Sie kommt nur noch an zwei Standorten mit einigen wenigen Exemplaren vor. Durch die intensive Landwirtschaft ging der größte Teil der wenigen Feuchtbiotope und damit auch die dort lebenden Orchideen verloren. So auch die Bochsriemenzunge und das Brandknabenkraut. Die Naturschützer kämpfen gegen die Verbuschung und Vergrasung. Wenn künftig keine umfassende Schafhütung erwirkt wird, geht diese Orchideenreiche Landschaft verloren. Es ist unumgänglich in unserem Schutzgebieten, die Wegeführung zu verbessern, Legenden und Informationstafeln besucherfreundlich aufzustellen ( wem nützt der beste Weg, wenn er nicht gefunden werden darf ). Auch sachkundige Führungen sollten fortgeführt werden, um die Besucher stärker für die Problematik zu sensibilisieren. Frau Schroth - Mitglied des Landesarbeitskreises "Heimische Orchideen" |