Orchideenwanderungen

Organisierte Wanderungen zu den Orchideen in den "Toten Tälern" finden durch den Freizeit - und Tourismusverein Balgstädt in den Monaten April - Juni statt.

Anmeldungen unter 034464/28030

Die Orchideen


Der westliche Teil des Burgenlandkreises ist einer der orchideenträchtigsten Gebiete in den
neuen Bundesländern.
Die Landschaft, geprägt durch die Unstrut , dem Unstrut Trias Land, und ihren
Seitentälern verbirgt viele floristische Kostbarkeiten, zu welcher unsere heimischen
Orchideen gehören.
Sie stammen aus den südöstlichen Steppengebieten und dem Mittelmeerraum. Der
Muschelkalk bietet ihnen eine Überlebenschance.
Alle Arten gelten als gefährdet und sind deshalb gesetzlich geschützt.
Unsere heimischen Orchideen haben ihre Verbreitungsräume hauptsächlich in
Naturschutzgebieten, bzw. geschützten Flächen um Freyburg, Balgstädt, Laucha, Bad Bibra,
Karsdorf und Nebra.
Einige Orchideenarten, die man in den Toten Tälern um Balgstädt und Umgebung findet, sind
Purpurknabenkraut
Helmknabenkraut
Das große Zweiblatt
Der rotbraune Sitter
Fliegenragwurz
Spinnenragwurz
Bienenragwurz und
Frauenschuh,
diese wohl schönste heimische Orchidee hat ihr Hauptverbreitungsgebiet im Forst Bad Bibra.

Das attraktive Purpurknabenkraut ist gut zu erkennen. Ihre rosa mit dunklen Tupfen besetzte
Lippe, liegt unter einem rotbraunen breiten Helm.
Das Helmknabenkraut trägt ein zart grauviolettes, spitz auslaufendes Helmchen, welches an
die Helme alter Ritterüstungen erinnert und ihr den Namen gab. Von beiden Arten finden wir
an allen Standorten wundervolle Bastarde.
Dazu gehört mit umfangreichen Beständen das Große Zweiblatt. Diese beinahe
schmucklose Orchidee eroberte sich im Überlebenskampf unterschiedliche Lebensräume.
So sind ihre langen, grünlichen Blütenrispen sowohl in lockeren Gesträuchzonen, auf
Trockenrasen, in Wäldern und auf feuchten Wiesen zu finden.Ihre zwei großen rundlichen
Laubblätter gaben ihr den Namen. Sie wird häufig nicht als Orchidee erkannt, diese
Tatsache sichert ebenfalls ihren reichen Bestand.
Den rotbraunen Sitter findet man an mehreren Standorten. Ihre rotbraunen Einzelblüten
ähneln kleinen Schüsseln, die von einer Rispe getragen werden. In unserer Region gibt es
sowohl die braune Varität, als auch die weiß-grünliche, die den eigenständigen Namen
Epipactis albensis trägt.
Die Bestände des Frauenschuhes, sicher die schönste der heimischen Orchideen, sind nicht
so umfangreich, wie die eben aufgezählten. Ihre bis 4 cm große, zitronengelbe Lippe erinnert
an die Form eines Pantoffels, die langen schmalen rotbraunen Kronenblätter an
Schleifenbänder, die ihn zieren. Ein Blütenstengel kann 2, selten 3 Blüten tragen.
Die Fliegenragwurz trägt an ihrem schlanken Blütenstengel 4-10 Blüten, die in Form und
Färbung ruhenden Fliegen ähneln. Es gibt Massenvorkommen und eine Fülle von kleinen
Standorten. Sie blüht sowohl im Halbschatten, in Laubwäldern, Gesträuchzonen, auf
Trocken- und Halbtrockenrasen, sogar auf völlig steinigen Böden.
Die Spinneragwurz besitzt kräftige hellgrüne Stengel, die aussehen als ob Kreuzspinnen
darauf sitzen.
Die Bienenragwurz ist unter ihrer Art die "Schönste". Über einem fein gezeichneten
Bienenkörper stehen kräftige rosa bis violettfarbene Kronenblätter. Im Blütenverhalten zeigt
sie sich wetterwendig. Sie kann über Jahre ruhen und in einem anderen Jahr üppig blühen.
Sie kommt auf fast allen Trocken- und Halbtrockenrasen vor, aber auch in lichten Wäldern
und Gesträuchzonen.
Das bleiche Knabenkraut zeigt sich im Rückgang begriffen, ebenso wie das
Mannsknabenkraut. Gründe dafür sieht man nicht. Die Standorte zeigen keine
Veränderungen. Auf der Verlustseite steht auch das Rote Waldvögelein. Sie kommt nur noch
an zwei Standorten mit einigen wenigen Exemplaren vor.

Durch die intensive Landwirtschaft ging der größte Teil der wenigen Feuchtbiotope und damit
auch die dort lebenden Orchideen verloren. So auch die Bochsriemenzunge und das
Brandknabenkraut.
Die Naturschützer kämpfen gegen die Verbuschung und Vergrasung. Wenn künftig keine
umfassende Schafhütung erwirkt wird, geht diese Orchideenreiche Landschaft verloren. Es ist
unumgänglich in unserem Schutzgebieten, die Wegeführung zu verbessern, Legenden und
Informationstafeln besucherfreundlich aufzustellen ( wem nützt der beste Weg, wenn er
nicht gefunden werden darf ).
Auch sachkundige Führungen sollten fortgeführt werden, um die Besucher stärker für die
Problematik zu sensibilisieren.

Frau Schroth - Mitglied des Landesarbeitskreises "Heimische Orchideen"
by GoWeb Webcounter